Mentoring ist kein neues Konzept. Und doch, in einer zunehmend komplexen Welt, die sich immer schneller verändert, bekommt der gezielte Transfer von Erfahrungen eine neue Bedeutung. Das LEAD Network hat – unterstützt von ROCK YOUR COMPANY! und Procter & Gamble – Mentoring deshalb in den Mittelpunkt einer Veranstaltung in Frankfurt gestellt, um folgende Facetten zu beleuchten: Welche unterschiedlichen Aspekte birgt Mentoring in sich, wie kann man Mentoring lernen, welche Herausforderungen kommen dabei auf Mentor und Mentee zu, und wie wird der Mehrwert im Unternehmen tatsächlich messbar.
Heute kaum noch vorstellbar, doch es gab eine Welt vor Mentoring-Programmen in Unternehmen. Als Annegret Reinhardt-Lehmann, heute Geschäftsführerin der Wirtschaftsinitiative Frankfurt Rhein/Main, 1990 die Leitung der PR des Flughafenbetreibers Fraport übernahm und damit die Führung einer Abteilung mit 170 Mitarbeitern, hatte sie keinen Mentor. Im Rückblick, sagte sie vor den 70 Gästen des LEAD Network Events, wäre vieles einfacher gewesen, wenn sie jemanden gehabt hätte, mit dem sie auch Fragen rechts und links des Tagesgeschäfts hätte besprechen können. Im weiteren Verlauf ihrer Karriere habe ihr Mentoring immer wieder geholfen, auch weil Mentoren sie ermutigt haben, nach Rückschlägen immer weiter zu machen. Als Mentorin versucht sie selbst immer, den Mentee ganzheitlich zu betrachten, also nicht nur seinen beruflichen Werdegang, sondern auch seine persönliche Entwicklung.

Während Mentoring für den Führungskräftenachwuchs bereits seit langem etabliert ist, organisieren einige Unternehmen inzwischen Programme für ihre Auszubildenden. Mit Mentoring sei es möglich, die Abbrecherquote auf Null zu senken, sagte Jasper Schlump vom Mentoring-Spezialisten ROCK YOUR COMPANY!. Angesichts der Schwierigkeiten, die viele Unternehmen haben, qualifizierte Bewerber zu finden und diese dann auch zu halten, klingt das nach einem lohnenden Ansatz. Dies bestätigten auch die geladenen Mentoring-Paare aus den laufenden Programmen von ROCK YOUR COMPANY!, welche den Gästen sehr persönliche und tiefe Einblicke in die Themen, Ziele und Herausforderungen einer Mentoring-Beziehung gaben. Darüber hinaus wurde auch klar, dass auch erfahrene Mitarbeiter sehr von der Verbindung mit den oft deutlich jüngeren Kolleginnen und Kollegen profitieren, in Zeiten von Digitalisierung Verbindungen, die wichtigen Wissenstransfer ermöglichen.
Mit einem Growth Mindset gemeinsam wachsen
Voraussetzung für den Erfolg von Mentoring ist ein Growth Mindset – beim Mentee ebenso wie beim Mentor. Beide müssten sich schließlich einander öffnen und sich damit auch darauf einlassen, neues zu lernen, sagte Trainer und Berater Markus Querengässer. Die beste Perspektive sei die „des Kindes auf dem Weg zum ersten Schritt“. Denn dann könnten sich im Hirn neue Verknüpfungen bilden – wodurch persönliches Wachstum entsteht. Seine hoffnungsvolle Botschaft: Wir alle können ein Growth Mindset entwickeln und etablierte Glaubenssätze über Bord werfen, um uns für neues zu öffnen und uns weiterzuentwickeln. Dafür müssten wir nur unsere Ängste überwinden, die sich meist in der frühen Kindheit herausgebildet haben.
Alle Sprecher aus dem LEAD Network Event waren sich sicher, dass Mentoring das Potential hat, als Ansatz von Mitarbeiterentwicklung und Plattform für Wissenstransfer noch weiter zu wachsen. Jasper Schlump plädiert dafür, dass auch Unternehmen aus einer Branche voneinander lernen könnten, zum Beispiel eine Hotelkette von einer anderen. „Wer etwas zu verbergen hat, lebt in der Vergangenheit“, sagte er. Heute gehe es um Co-Kreation. Annegret Reinhardt-Lehmann ergänzte, dass gegenseitiges Lernen auch Branchen-übergreifend immer wichtiger wird. „Mentoring ist der Ausweg aus dem Herrschaftswissen“, sagte sie. Und das sei der richtige Weg.
Weitere Informationen: LEAD Network, https://www.lead-eu.net/; ROCK YOUR COMPANY!, https://rockyourcompany.de/